24. November 2010

Ein bisschen demokratisch

Der Bildungsausschuss des Bayerischen Landtags hat sich gegen eine landesweite gesetzliche Elternvertretung ausgesprochen. Er folgte damit der Meinung des Kultusministers, der sinngemäß schrieb: Acht bayerische Elternverbände sitzen im Landesschulbeirat, dem Beratungsgremium des Kultusministeriums. Das genügt ihnen offenbar, sonst hätten sie längst einen Landeselternrat gegründet - das Gesetz ließe das zu. Was der Minister entweder nicht weiß oder nicht wissen will: Ein solcher Landeselternrat hätte ebenso wie der Landeschulbeirat nur Anhörungsrecht, von Mitbestimmung keine Spur. Wozu dann noch ein Gremium, für das im Haushalt nicht einmal Geld wäre? Viel bedenklicher ist jedoch etwas anderes: Die Elternverbände vertreten längst nicht alle bayerischen Eltern. Nur wer freiwillig Mitgliedsbeitrag zahlt, hat also auch nur den Hauch einer Chance, vom Kultusministerium und der Bildungspolitik gehört zu werden. Das ist Demokratie auf bayerisch.

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