Was den Bayerischen Elternverband zu seiner Petition zum Einsatz der Bundeswehr-Jugendoffiziere in Schulen bewogen hat, lesen Sie in einem Interview der Zeitung "Junge Welt" mit der BEV-Landesvorsitzenden Maria Lampl.
Infoveranstaltungen der Bundeswehr * > > Sehr geehrte Mitglieder des Bayerischen Elternverband e.V., sehr geehrte > Vorstandschaft, > als Vater einer 9-jährigen Tochter und als Berufssoldat möchte ich an > dieser Stelle meine Gedanken zum Thema "Petition Bundeswehr in der > Schule" zu Papier bringen. > > > Es ist als Außenstehender nicht einfach, sich ein umfassendes Bild von > dieser staatlichen Einrichtung "Bundeswehr" zu machen. Das Wissen > darüber und das Stimmungsbild wird zumeist durch die Presse bestimmt und > vorgegeben. Berichte in der Presse werden ohne genaueres Wissen über die > Hintergründe eines Vorfalls verfasst und vom geneigten Bürger willig > aufgenommen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass der BEV vorschlägt, > vorsorglich eine Befreiung von der Teilnahme an > Informationsveranstaltungen der Bundeswehr zu beantragen. Warum > eigentlich? In der Petition wird unter anderem davon geschrieben, dass > es die Aufgabe der Lehrer und Lehrerinnen ist, den Schülern die für die > demokratische Gesellschaft notwendige Kompetenzen zu vermitteln. Weiter > heißt es, dass Toleranz und Friedensliebe praktizierte > Unterrichtsinhalte sind. Dazu sage ich: Ja, dass ist auch gut so. Das > sind auch die Werte, die ich meiner Tochter vermittele. > > Man darf jedoch nicht vergessen: > Der Jugendoffizier ist kein Lehrer, der die Schüler in irgendeiner Art > und Weise versucht, zu beeinflussen. Er hat einen klar definierten > Informationsauftrag und scheut auch nicht die Diskussion mit Lehrern und > Schülern, solange diese sachlich geführt wird. Es darf den Schülern > nicht verwehrt werden, an einer Informationsveranstaltung teilzunehmen. > Sie sollten sich selbst ein Bild von dieser großen Unbekannten > "Bundeswehr" machen können, auch wenn die Eltern dagegen sind. > Die derzeitigen Krisenherde in Libyen, Syrien usw. dürfen nicht dazu > führen, dass man wegschaut. Darüber muss diskutiert werden, genauso wie > über den Sinn oder Unsinn des Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr. Das > schult Problembewusstsein und kann bei der Bildung von > Problemlösungsstrategien helfen. > Jeder Soldat ist auch Bürger dieses Landes, wahlberechtigt und > demokratisch. Diese Institution ist ebenso ein Teil des Staates, wie die > Polizeien der Länder und des Bundes. Deshalb darf keine > "Vorabverurteilung" stattfinden. Dies wäre nicht zielgerichtet. > Das Beruf des Soldaten nicht mit dem eines Bankangestellten zu > vergleichen ist, dass ist unbenommen. Dass der Soldat, wie der Polizist, > auch eine Waffe in die Hand nehmen muss, ist ebenfalls unbestritten. > Aber er wird es niemals tun, um aus Heimtücke oder Gier oder Mordlust zu > töten. > Der Frieden ist mir das wichtigste und ich lehne Waffen ab, da ich weiß, > welches Leid und welches Unheil dadurch verursacht wird. Klingt für > einen Soldaten vielleicht etwas seltsam, aber meine Tochter bekommt > nicht einmal eine Wasserpistole, die einer Waffe ähnelt. > Abschließend möchte ich alle Eltern bitten, sich dem Themenbereich > Bundeswehr offen und kritisch gegenüber zustellen. > Kennen sie andere Eltern, die Soldaten sind, sprechen sie sie ruhig an, > wenn sie etwas wissen wollen. Ich bin bisher immer gut gefahren. Ich > durfte auch schon interessierte Eltern in meiner Dienststelle begrüßen. > > Vielen Dank für die Geduld > > Mit freundlichen Grüßen > > Alex Schlesier
Infoveranstaltungen der Bundeswehr *
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> Sehr geehrte Mitglieder des Bayerischen Elternverband e.V., sehr geehrte
> Vorstandschaft,
> als Vater einer 9-jährigen Tochter und als Berufssoldat möchte ich an
> dieser Stelle meine Gedanken zum Thema "Petition Bundeswehr in der
> Schule" zu Papier bringen.
>
>
> Es ist als Außenstehender nicht einfach, sich ein umfassendes Bild von
> dieser staatlichen Einrichtung "Bundeswehr" zu machen. Das Wissen
> darüber und das Stimmungsbild wird zumeist durch die Presse bestimmt und
> vorgegeben. Berichte in der Presse werden ohne genaueres Wissen über die
> Hintergründe eines Vorfalls verfasst und vom geneigten Bürger willig
> aufgenommen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass der BEV vorschlägt,
> vorsorglich eine Befreiung von der Teilnahme an
> Informationsveranstaltungen der Bundeswehr zu beantragen. Warum
> eigentlich? In der Petition wird unter anderem davon geschrieben, dass
> es die Aufgabe der Lehrer und Lehrerinnen ist, den Schülern die für die
> demokratische Gesellschaft notwendige Kompetenzen zu vermitteln. Weiter
> heißt es, dass Toleranz und Friedensliebe praktizierte
> Unterrichtsinhalte sind. Dazu sage ich: Ja, dass ist auch gut so. Das
> sind auch die Werte, die ich meiner Tochter vermittele.
>
> Man darf jedoch nicht vergessen:
> Der Jugendoffizier ist kein Lehrer, der die Schüler in irgendeiner Art
> und Weise versucht, zu beeinflussen. Er hat einen klar definierten
> Informationsauftrag und scheut auch nicht die Diskussion mit Lehrern und
> Schülern, solange diese sachlich geführt wird. Es darf den Schülern
> nicht verwehrt werden, an einer Informationsveranstaltung teilzunehmen.
> Sie sollten sich selbst ein Bild von dieser großen Unbekannten
> "Bundeswehr" machen können, auch wenn die Eltern dagegen sind.
> Die derzeitigen Krisenherde in Libyen, Syrien usw. dürfen nicht dazu
> führen, dass man wegschaut. Darüber muss diskutiert werden, genauso wie
> über den Sinn oder Unsinn des Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr. Das
> schult Problembewusstsein und kann bei der Bildung von
> Problemlösungsstrategien helfen.
> Jeder Soldat ist auch Bürger dieses Landes, wahlberechtigt und
> demokratisch. Diese Institution ist ebenso ein Teil des Staates, wie die
> Polizeien der Länder und des Bundes. Deshalb darf keine
> "Vorabverurteilung" stattfinden. Dies wäre nicht zielgerichtet.
> Das Beruf des Soldaten nicht mit dem eines Bankangestellten zu
> vergleichen ist, dass ist unbenommen. Dass der Soldat, wie der Polizist,
> auch eine Waffe in die Hand nehmen muss, ist ebenfalls unbestritten.
> Aber er wird es niemals tun, um aus Heimtücke oder Gier oder Mordlust zu
> töten.
> Der Frieden ist mir das wichtigste und ich lehne Waffen ab, da ich weiß,
> welches Leid und welches Unheil dadurch verursacht wird. Klingt für
> einen Soldaten vielleicht etwas seltsam, aber meine Tochter bekommt
> nicht einmal eine Wasserpistole, die einer Waffe ähnelt.
> Abschließend möchte ich alle Eltern bitten, sich dem Themenbereich
> Bundeswehr offen und kritisch gegenüber zustellen.
> Kennen sie andere Eltern, die Soldaten sind, sprechen sie sie ruhig an,
> wenn sie etwas wissen wollen. Ich bin bisher immer gut gefahren. Ich
> durfte auch schon interessierte Eltern in meiner Dienststelle begrüßen.
>
> Vielen Dank für die Geduld
>
> Mit freundlichen Grüßen
>
> Alex Schlesier