18. Februar 2011

Petition zum Bundeswehrunterricht

Was den Bayerischen Elternverband zu seiner Petition zum Einsatz der Bundeswehr-Jugendoffiziere in Schulen bewogen hat, lesen Sie in einem Interview der Zeitung "Junge Welt" mit der BEV-Landesvorsitzenden Maria Lampl.

1 Kommentare:

  1. Infoveranstaltungen der Bundeswehr *
    >
    > Sehr geehrte Mitglieder des Bayerischen Elternverband e.V., sehr geehrte
    > Vorstandschaft,
    > als Vater einer 9-jährigen Tochter und als Berufssoldat möchte ich an
    > dieser Stelle meine Gedanken zum Thema "Petition Bundeswehr in der
    > Schule" zu Papier bringen.
    >
    >
    > Es ist als Außenstehender nicht einfach, sich ein umfassendes Bild von
    > dieser staatlichen Einrichtung "Bundeswehr" zu machen. Das Wissen
    > darüber und das Stimmungsbild wird zumeist durch die Presse bestimmt und
    > vorgegeben. Berichte in der Presse werden ohne genaueres Wissen über die
    > Hintergründe eines Vorfalls verfasst und vom geneigten Bürger willig
    > aufgenommen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass der BEV vorschlägt,
    > vorsorglich eine Befreiung von der Teilnahme an
    > Informationsveranstaltungen der Bundeswehr zu beantragen. Warum
    > eigentlich? In der Petition wird unter anderem davon geschrieben, dass
    > es die Aufgabe der Lehrer und Lehrerinnen ist, den Schülern die für die
    > demokratische Gesellschaft notwendige Kompetenzen zu vermitteln. Weiter
    > heißt es, dass Toleranz und Friedensliebe praktizierte
    > Unterrichtsinhalte sind. Dazu sage ich: Ja, dass ist auch gut so. Das
    > sind auch die Werte, die ich meiner Tochter vermittele.
    >
    > Man darf jedoch nicht vergessen:
    > Der Jugendoffizier ist kein Lehrer, der die Schüler in irgendeiner Art
    > und Weise versucht, zu beeinflussen. Er hat einen klar definierten
    > Informationsauftrag und scheut auch nicht die Diskussion mit Lehrern und
    > Schülern, solange diese sachlich geführt wird. Es darf den Schülern
    > nicht verwehrt werden, an einer Informationsveranstaltung teilzunehmen.
    > Sie sollten sich selbst ein Bild von dieser großen Unbekannten
    > "Bundeswehr" machen können, auch wenn die Eltern dagegen sind.
    > Die derzeitigen Krisenherde in Libyen, Syrien usw. dürfen nicht dazu
    > führen, dass man wegschaut. Darüber muss diskutiert werden, genauso wie
    > über den Sinn oder Unsinn des Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr. Das
    > schult Problembewusstsein und kann bei der Bildung von
    > Problemlösungsstrategien helfen.
    > Jeder Soldat ist auch Bürger dieses Landes, wahlberechtigt und
    > demokratisch. Diese Institution ist ebenso ein Teil des Staates, wie die
    > Polizeien der Länder und des Bundes. Deshalb darf keine
    > "Vorabverurteilung" stattfinden. Dies wäre nicht zielgerichtet.
    > Das Beruf des Soldaten nicht mit dem eines Bankangestellten zu
    > vergleichen ist, dass ist unbenommen. Dass der Soldat, wie der Polizist,
    > auch eine Waffe in die Hand nehmen muss, ist ebenfalls unbestritten.
    > Aber er wird es niemals tun, um aus Heimtücke oder Gier oder Mordlust zu
    > töten.
    > Der Frieden ist mir das wichtigste und ich lehne Waffen ab, da ich weiß,
    > welches Leid und welches Unheil dadurch verursacht wird. Klingt für
    > einen Soldaten vielleicht etwas seltsam, aber meine Tochter bekommt
    > nicht einmal eine Wasserpistole, die einer Waffe ähnelt.
    > Abschließend möchte ich alle Eltern bitten, sich dem Themenbereich
    > Bundeswehr offen und kritisch gegenüber zustellen.
    > Kennen sie andere Eltern, die Soldaten sind, sprechen sie sie ruhig an,
    > wenn sie etwas wissen wollen. Ich bin bisher immer gut gefahren. Ich
    > durfte auch schon interessierte Eltern in meiner Dienststelle begrüßen.
    >
    > Vielen Dank für die Geduld
    >
    > Mit freundlichen Grüßen
    >
    > Alex Schlesier

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